Berlin-Forum-Sitzung am 23. Juni: „Berlin braucht einen Bewusstseinswandel“
Veröffentlicht am: 24. Juni 2026
Am Dienstag, den 23. Juni 2026, fand im SAVVY Contemporary das Berlin-Forum der Stiftung Zukunft Berlin zum Thema „Wohin Berlin? Zwischen Anspruch und Provinzialität – was bietet Berlin der Welt?“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Berlin international wahrgenommen wird – und inwiefern die Stadt diesem Bild im Alltag tatsächlich gerecht wird.
alle Fotos: © Ferdinand Kühne
Ein zentrales Ergebnis des Forums: Berlin verfügt weltweit über ein positives Image als offene, kreative und vielfältige Metropole. Dieses Selbstbild und Außenbild spiegeln sich jedoch noch nicht ausreichend in der gelebten Stadtrealität, in politischen Debatten und im Verwaltungshandeln wider. Die zunehmende Internationalisierung der Stadtgesellschaft sei zwar deutlich sichtbar, werde aber noch zu selten als strategische Stärke Berlins verstanden.
Besonders Universitäten, Hochschulen und Ausbildungsstätten hätten sich in den vergangenen Jahren stärker international geöffnet. Gleichzeitig berichteten junge Menschen aus dem Ausland, dass sie Berlin außerhalb dieser Kontexte häufig als weniger offen, zugänglich und unterstützend erleben. Im Ergebnispapier des Forums wird deshalb ein „Bewusstseinswandel“ gefordert. Berlin müsse seinen Blick stärker nach außen richten, internationale Perspektiven ernst nehmen und eine Willkommenskultur entwickeln, die im Alltag erfahrbar ist.
SZB-Vorstandssprecher Dr. Markus Dröge fasste den Befund nach dem Forum zusammen: „Berlin lebt von einem positiven Image der Offenheit, das aber innerhalb der Stadt noch zu selten zum Maßstab gemacht wird. Die Berlinerinnen und Berliner könnten sich am Prozess der Internationalisierung noch aktiver beteiligen, mit Selbstbewusstsein und Neugierde zugleich. Die Stadtpolitik ist stark auf die inneren Probleme ausgerichtet, die natürlich angepackt werden müssen. Zugleich bedeutet Zukunftsgerichtetheit heute aber immer Offenheit nach außen und eine noch bessere Willkommenskultur für Menschen von außen, die Berlin braucht und die Berlin weiterbringen.“
Nach Begrüßungen durch Lynhan Balatbat-Helbock, Executive Co-managing Director des SAVVY Contemporary, und Beate Stoffers, Vorstandssprecherin und Geschäftsführerin der Stiftung Zukunft Berlin, diskutierte das Forum zunächst die Frage, ob Außenbild und Stadtrealität Berlins zusammenpassen. Moderiert wurde dieser Teil von Laura Luisa Keßler und Yvonne Martini aus der Initiative Weltberliner:innen. Impulse kamen von Prof. Dr. Felicitas Hillmann, Mali M. Baum und Prof. Dr. Stefan Wagner.
Im zweiten Teil des Abends ging es unter der Moderation von Dr. Richard Meng um internationale Chancen und Herausforderungen für Berlin. Auf dem Panel diskutierten unter anderem Lynhan Balatbat-Helbock sowie Ario Ebrahimpour Mirzaie, MDA Bündnis 90/Die Grünen. Den Abschluss bildete eine Zusammenfassung durch Dr. Markus Dröge.
Das Berlin-Forum bringt vierteljährlich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft zusammen. Unter dem Jahresthema „Wohin Berlin?“ widmet es sich 2026 zentralen Zukunftsfragen der Stadt. Die Diskussion im SAVVY Contemporary machte deutlich: Berlin braucht nicht nur Lösungen für seine inneren Probleme, sondern auch einen erweiterten Horizont. Eine internationale Stadt muss Internationalität nicht nur ausstrahlen, sondern im Alltag ermöglichen.
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